LUCHSINGER

Luchsinger Familienwappen (Wappenbuch Glarus)
Luchsingen I ist das gebräuchliche Wappen
Luchsinger Familienwappen (Wappenbuch Samuel Wild)

Vorkommen in Glarus

Bilten / Engi / Glarus / Mitlödi / Mühlehorn / Nidfurn / Schwanden / Sool

Über die Familie Luchsinger

Die Familie Luchsinger, auch Mürdi oder Rutsch genannt, ist eine alteingesessene Familie in Glarus. Die Familie gehörte weder im Handel noch in der Politik zu den führenden Familien, war jedoch bereits Teil des Regiments im alten Glarus. Herkunftsort mag Luchsingen gewesen sein, aber seit vielen Jahren wird dort kein Träger mit einem solchen Namen mehr aufgeführt. Die meisten Luchsingers kommen aus Schwanden.

Die Familie Luchsinger aus Schwanden

Seit Anfang des 16. Jahrhunderts sind in Schwanden Luchsingers dokumentiert. 1504 vertrat Rutschmann Glarus bei einer Tagsatzung in Luzern und 1518 wurde Rudolf Luchsinger zum Landvogt im Rheintal gewählt. Im selben Jahr wählte er die erste französische Pension in Solothurn und 1525 sehen wir ihn als Kapitän in Frankreich. Seit der Reformation waren die Luchsingers nicht mehr auf der Suche nach wichtigen Ämtern in Glarus. Einige fungierten als Ratsmitglieder und Bürgermeister, aber im Allgemeinen übten sie kleine Ämter aus. Sie waren hauptsächlich als Handwerker, Bauern und später als Fabrikarbeiter und Beamte tätig. Einige fanden ihren Lebensunterhalt als Geschäftsleute. Ratsherr Rudolf (1782-1848) aus Nidfurn betrieb eine Firma im norwegischen Christianssand und wurde 1821 Mitglied des Landesparlaments (Glarner Parlament). Jost (1857-1944) war Partner einer Spinnerei und Weberei in Ranica/Italien, die dann um eine Fabrik am Rande von Bergamo erweitert wurde. In Schwanden betrieben Familienmitglieder eine Handelsmühle.

 

Die Familie Luchsinger aus Engi

Fast zur gleichen Zeit wie in Schwanden tauchten in Engi Luchsingers auf. Fridli Luchsinger wird bis 1525 im Steuerregister der Kirche in Matt erwähnt, das 1545 auch in den Regesten (Register) erscheint. 1604 wurde David Luchsinger (geboren etwa 1540) Landvogt von Werdenberg. Spätere Generationen der noch bestehenden Familien führten verschiedene Gemeindeämter und arbeiteten vor allem als Bauern, Handwerker und Tagelöhner.

Siehe auch: Zur Geschichte glarnerischer Geschlechter , derjenigen des Sernftales insbesondere, Gottfried Heer, 1920

 

Die Familie Luchsinger von Mitlödi

In den Aufzeichnungen von Mitlödi wird 1544 ein Thöni und 1547 ein Bartli, genannt Rutsch, erwähnt. 1613 erwarb ein Heinrich Luchsinger aus Schwanden das Tagwenrecht (Bürgerrechte) von Mitlödi, Schwändi und Sool. Einige davon waren Tagwenvögte (Bürgermeister). Die noch bestehende Linie umfasst neben Handwerkern und Tagelöhnern auch einige Lehrer und Beamte.

 

 

Die Familie Luchsinger aus Glarus

In Glarus sind Luchsinger bereits im 15. Jahrhundert nachgewiesen. Bereits 1501 war Tuchschärer (früher ein Textilberuf / mit bis zu 18 kg schweren Scheren wurden die feinen, vorstehenden Wollfaserreste abgeschnitten, bis der Stoff eine glatte Oberfläche hatte) Konrad aus Glarus ein Bürger aus Zürich, wo er 1524 Zunftmeister war und als enger Freund von Zwingli galt. Fabian (1567-1622), in den Aufzeichnungen von Glarus als Tagwenvogt (Bürgermeister) erwähnt, war ein Sohn von Hilarius aus Engi. Einige Zeit später erwarb ein anderer Fabian (1615-1686) mit Bürgerrechten aus Linthal das Tagwenrecht in Glarus. Ab 1733 bekleidete sein gleichnamiger Enkel das dritthöchste Amt als Pannerherr und arbeitete auch als Chorrichter (Richter) und Schatzvogt. Dekan David (1663-1735) diente 48 Jahre als Pfarrer in Glarus. Einige dieser Luchsingers übten Gemeindeämter aus und die meisten waren als Handwerker tätig. Es gab auch einige Ärzte und Apotheker sowie andere Wissenschaftler. Bekannt war Professor Balthasar (1849-1886), der als Dozent für Pharmakologie und Physiologie an den Universitäten Bern und Zürich tätig war. Erwähnenswert ist auch die Textilfirma Luchsinger und Streiff, die 1803 von Johann Rudolf (1782-1843) gegründet wurde. Das Unternehmen handelte mit Deutschland und Italien und hatte ein Werk in Oberurnen. Zu dieser Familie gehörten auch der Stadtrat und Landsstatthalter Friedrich Kaspar (1864-1927). Fridolin (1859-1943) betrieb die größte Bleicherei in Glarus, welche jedoch 1894 niederbrannte.

 

Die Familie Luchsinger von Näfels

Im alten Glarus war die katholische Familie aus Näfels stark vertreten. Gegründet wurde diese Linie von Fridolin, der während der Reformation von Glarus nach Rautidorf (Näfels) umzog und 1540, 1544 und 1564 die Vogtei von Uznach ausübte. Die Näfelserlinie erlosch 1824.

Quellen

 

Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 4, p 718

Stucki Fritz, 50 alte Glarner Familien, p 55-58

Tschudi-Schümperlin Ida / Winteler Jakob, Wappenbuch des Landes Glarus, p 53-54

 

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