Mollis

433 M.ü.M.

3337 Einwohner (am 1.1.2011)

Porträt

 

Der gallo-römische Tempel, der auf dem Hüttenböschen, einer kleinen Erhebung 100 m westlich des Walensees, entdeckt wurde, stammt wahrscheinlich aus der Zeit von 50 bis 150 n. Chr. und wurde bis ins 4. Jahrhundert genutzt. Im 8. Jahrhundert fiel das große Anwesen in Mollis an das Kloster Säckingen. Die Teile einer mittelalterlichen Letzimauer (Letzi-Mauer) bei Beglingen sind möglicherweise erst nach der Schlacht bei Näfels (1388) entstanden. Die Kapelle wurde 1280 erbaut und 1319 in eine Kirche umgewandelt. 1444 wurde die Gemeinde Mollis von der Gemeinde Glarus, zu der Mollis früher gehörte, getrennt. Zur neuen Gemeinde gehörten auch Näfels und Oberurnen. Fridolin Brunner, von 1523 bis 1525 Pfarrer in Mollis, initiierte die Reformation. Aufgrund des starken Widerstandes der Katholiken wurden Bilder und Messen erst 1529 abgeschafft. Näfels und Oberurnen gründeten daraufhin eine eigene katholische Gemeinde. Trotz der vertraglichen Einigung von 1532 führten diese Pfarreien und die Pfarrei Mollis noch lange und heftige Auseinandersetzungen. 1761 wurde die heutige Kirche von Hans Ulrich Grubenmann mit einer beeindruckenden Dachkonstruktion gebaut. Die katholische Marienkirche, die der Gemeinde Näfels unterstellt ist, stammt aus dem Jahr 1963.

 

Bis ins 15. Jahrhundert dominierte die sich selbst erhaltende Landwirtschaft auf Basis der Schafzucht; dann setzte sich die Zucht von Exportrindern durch, was zur Ausweitung der alpinen Landwirtschaft führte. Im 18. Jahrhundert stellten die Bauern ihre Betriebe auf die Milchwirtschaft um. Die kommerziellen Aktivitäten, die im 16. Jahrhundert begannen, entfalteten sich vor allem im 17. und 18. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert gab es auf dem Walenberg und auf der Rüfi von etwa 1600 bis ins 19. Jahrhundert therapeutische Bäder. Zwischen 1714 und 1789 steigerte das Baumwollspinnen und ab 1760 das Handweben den Wohlstand der gesamten Bevölkerung. Ein Zeugnis dieser frühen Industrialisierung ist der so genannte Fabrikhof, eine um 1785 in Form eines spätbarocken Herrenhauses errichtete Werkstätte. Aufgrund der vielen Molliser, die als Offiziere im ausländischen Wehrdienst tätig waren, galt Mollis während der Helvetikzeit als "Aristokratennest". Mollis war zwischen 1798-1803 stark von Kriegshandlungen und Blockaden betroffen. Der Bau des Escherkanals 1807-11 und die Fertigstellung der Linth-Korrektur 1827 ermöglichten die Beilegung alter Streitigkeiten mit benachbarten Dörfern über die Linth-Verbauungen. Die Kerenzerbergstraße wurde zwischen 1836-51 gebaut. 1859 erfolgte der Anschluss an das Netz der Vereinigten Schweizer Bahnen. Im 19. Jahrhundert entstanden mehrere Textilfabriken und Textildruckereien. Die 1856 gegründete Spinn- und Weberei von Jenny war bis 1967 in Betrieb. Die 1860 gegründete Wäschefabrik Pfeiffer AG wurde im Jahr 2000 von der amerikanischen Firma Standard Textile Company Inc. übernommen. Nach und nach wurden die Textilbetriebe durch zahlreiche Unternehmen aus verschiedenen Branchen ersetzt. Seit dem 18. Jahrhundert werden die Steinbrüche bei der Linthbrücke und im Haltengut betrieben.

 

Mollis baute erst 1862 das erste Schulgebäude. Die Sekundarschule, die zwischen 1863-72 und dann ab 1883 betrieben wurde, steht seit 1973 auch Schülern aus Kerenzen offen. Die 1846 gegründete Mädchenbildungseinrichtung (später Kinder- und Jugendhaus) wurde 1983 geschlossen. Das 1782-84 erbaute Landgut Haltli beherbergte zwischen 1850-70 und 1890-92 ein Mädcheninstitut. Seit 1912 werden die Gebäude von einer Schule für geistig behinderte Kinder genutzt. Das Seniorenheim Hof wurde 1973 eröffnet. Der Militärflugplatz auf dem Gemeinschaftsgelände wurde 1936 gegründet (seit 2005 ein Sportflugplatz). Das Stadtbild von nationaler Bedeutung wird durch mehrere Herrenhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert bereichert.

Die katholische Kirche St. Mary

(Baujahr 1963)

Die evangelische Kirche

(Innenbereich)

Die evangelische Kirche von Mollis

(gebaut 1761)

Familien aus Mollis

Am Bühl

Beglinger

Gallati

Grüniger

Hofstetter

Kessler

Laager

Leuzinger

Loriti

Lütschg

Pfeiffer

Rütiner

Schellenbaum

Schindler

Schmid

Schuler

Stäger

Störi

Streiff

Wala

Weber

Winteler

Wuest

Zay

Zwicki

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