Glarner Pionierleistungen

(Anregung und Zusammenstellung: Dr. André Herrmann, em. ETH und Universität Zürich)

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16 / 16 B.C.

24.04.1463

02.05.1529

21.11.1532

1548

1615 - 1619

1640

 

 

 

 

 

 

 

1697

 

 

 

 

13.06.1782

1800

10.01.1800

1807

28.07.1804

20.03.1815

1816

1837

1846 / 1856

 

1850 / 1851

 

 

 

 

 

1861

1863

1864

1864

1874

22.11.1893

1899

1900

 

 

 

 

 

 

 

1902

1903

1904

1908 - 1910

1916

1925

1928

1930

1958

1965

2007

2015

Die römischen Walenseetürme

Unter dem Begriff „Walenseetürme“ werden die drei frührömischen Militäranlagen am Westende des Walensees – Vordemwald (Filzbach), Stralegg (Betlis/Amden), Biberlikopf (Schänis) – zusammengefasst. Alle drei Anlagen standen zueinander in Sichtverbindung. Die drei Walenseetürme sind seit jeher als Teil eines Dispositivs im Zusammenhang mit dem Alpenfeldzug um 16/15 v. Chr. unter der Führung von Drusus und Tiberius, den Stiefsöhnen von Kaiser Augustus, gesehen worden. Die Türme am Walensee gehören somit zu den frühesten römischen Militärbauten nördlich der Alpen.

 

Quelle: Glaronia antiqua – Das Glarnerland zur römischenn Zeit, Dr. Stefan Paradowski, 2013

Glarner Schabziger als ältestes Markenprodukt der Schweiz

Durch ein Gesetz der Glarner Landsgemeinde vom 24. April 1463 wurden alle Hersteller im Kanton Glarus verpflichtet, den Ziger nach Qualitätsvorgaben zu produzieren und mit einem Herkunftsstempel zu kennzeichnen, um ihn vor Nachahmung zu schützen. Der Glarner Schabziger gilt deshalb als ältestes Markenprodukt der Schweiz und der Herkunftsstempel als das erste überlieferte Markenzeichen der Schweiz.

Gesetzliche Verankerung der Reformation

Am 2. Mai 1529 verankerte die Landsgemeinde die Reformation in Glarus auf gesetzlicher Basis und erlaubte die freie Predigt.

Zusicherung der persönlichen Glaubens- und Gewissensfreiheit

Der 1. Glarner Landesvertrag vom 21.11.1532 beendete die Religionsstreitigkeiten in Glarus und gewährte der katholischen Minderheit eine Sonderstellung. Religionsstreitigkeiten waren künftig nicht durch Mehrheitsbeschluss der Landsgemeinde, sondern durch Verträge zwischen den Angehörigen beider Konfessionen beizulegen.

Freiberg-Kärpf - Erstes Wildschutzgebiet Europas

1548 wurde zwischen dem Sernftal und Linthal das erste Wildschutzgebiet Europas ausgeschieden, der Freiberg Kärpf. Jagen durften nur vom Hohen Rat bestimmte Freibergschützen, und gejagt wurden nur "Hochzeitsgemsen" für Paare, die zwischen Juli und November heirateten. 

Kaspar Gallati erster Kommandant der Schweizer Gardisten am französischen Königshof 

Kaspar Gallati (um 1535-1619) war von 1615 bis 1619 der erste Oberst des Schweizer Garderegiments in den Diensten des französischen Königs Louis XIII. Unter den ersten Gardeobersten dienten weitere drei Glarner: Fridolin Hässi (1619-1626), Kaspar Freuler, der Enkel von Kaspar Gallati (1635-1651) und Johann Melchior Hässi (1651-1653).

Als erster Kanton der Schweiz, führt Glarus das Losverfahren bei Wahlen ein

Während das Los für Regierungsbeamte in Venedig schon im 13. Jahrhundert bekannt war, beschloss die evangelische Landsgemeinde Glarus als erster schweizerische Instanz erst 1640, dass wichtige Amtsträger durch das Los entschieden werden. Der katholische Teil von Glarus übernahm das Verfahren 1649. 1791 ging die evangelische Landsgemeinde noch einen Schritt weiter und führte für einige Ämter (Landschreiber, Läufer und Landvögte) das so genannte Kübellos ein, bei dessen Verfahren keine Vorselektion mehr nötig war, sondern die Ämter direkt unter allen Bürgern ausgelost wurden. In Glarus überlebten diese Verfahren bis 1837.

Wie die Kartoffel in die Schweiz kam

 

Wegbereiter der aus Peru und Chile stammenden Knollenfrucht, die wir heute als «Kartoffel» bezeichnen, waren zum einen die Fürsten, die die Kartoffel als Zierpflanze weiterreichten, zum zweiten Apotheker, Ärzte und Botaniker, welche die Kartoffel als Heilpflanze untersuchten und weitergaben und zum dritten Söldner, die die Kartoffel irgendwo während ihres Diensteinsatzes kennenlernten und assen, mitnahmen oder das Saatgut kauften und dann selber anbauten. 

 

So soll 1697 die Kartoffel von dem in Dublin unter König William dienende Glarner Söldner-Hauptmann Jakob Straub (1674-1747) aus Schwanden in die Schweiz gekommen sein. Er lernte diese fremde Frucht während seiner Dienstzeit in Irland kennen und veranlasste nach seiner Rückkehr zum ersten Mal deren Anbau in der Schweiz 

Letzte Hexenhinrichtung in Europa

Anna Göldi (1734-1782) wurde als letzte Frau in Europa der Hexerei beschuldigt. Der Evangelische Rat von Glarus verurteilte Anna Göldi am 6. Juni 1782 zum Tod durch das Schwert. Das Urteil wurde am 13. Juni vollstreckt. Es war die letzte legale Hexenhinrichtung und rief europaweit Empörung hervor. 

Ein Glarner gab den Anstoss für die Schweizerfahne

Die Schweizerfahne mit dem weissen Kreuz im roten Feld, ein altes ehrwürdiges Zeichen unserer Vorfahren, war seit dem ausgehenden Mittelalter in Vergessenheit geraten. Erst im 19. Jahrhundert wurde das weisse frei schwebende Kreuz auf rotem Grund zum eigentlichen Emblem der Eidgenossenschaft. Den Anstoss dazu gab der Glarner Niklaus Franz von Bachmann, späterer erster Schweizer General, im Frühjahr 1800 am Rande des Lechfeldes in Schwabmünchen.

Erstes Schweizer Kinderhilfswerk

Um 1800 befand sich die Glarner Wirtschaft an einem Tiefpunkt. Die französische Besatzungspräsenz und die Kriegshandlungen zwischen den französischen und russischen Truppen von 1799 auf Glarner Boden hatten in Glarus eine verwüstete Gegend hinterlassen. Der Regierungsstatthalter schrieb an die Hilfsgesellschaft in Zürich und vom 10. Januar bis zum 26. März 1800 konnten 1115 ausgemergelte Glarner Kinder zur vorübergehenden Erholung nach Zürich und ins Welschland ziehen. Diese Aktion ging in die Geschichte als erstes Schweizer Kinderhilfswerk ein.

Erste gedruckte Gesetzessammlung

1807 wurde erstmals das «Landbuch» veröffentlicht, die erste gedruckte und für jedermann zugängliche Gesetzessammlung, welche alle in Kraft stehenden glarnerischen Erlasse nach Rechts- und Sachbereichen systematisch ordnete.

Korrektion der Linth - Jahrhundertprojekt an der Linth

Am 28. Juli 1804 wurde die Korrektion der Linth von der eidgenössischen Tagsatzung beschlossen. Der Eingriff war damals das grösste je in Angriff genommene Wasserbauprojekt. Die Bauarbeiten unter der Leitung von Hans Conrad Escher begannen 1807 und wurden 1816 mit dem Kanalbau zwischen Walensee und der Grynau beendet. Der Kanalbau bis zum Zürichsee erfolgte erst ab 1866.

Niklaus Franz von Bachmannn erster Schweizer General          

Am 20. März 1815 wählte die Tagsatzung den Glarner Niklaus Franz von Bachmann zum ersten General der Schweizer Armee.

Erste Krankenkasse in Glarus

1816 wurde von Arbeiterinnen und Arbeitern der Stoffdruckerei Egidius Trümpy in der Bleiche Glarus die erste Fabrik-Krankenkasse der Schweiz gegründet.

 

Erster Fabrikstreik der Schweiz

Der erste Fabrikstreik der Schweiz fand in der Fabrik von Egidius Trümpy in Glarus statt. Die Arbeiter traten zwei Wochen in den Ausstand, um die Einführung einer Fabrikglocke, die Anfang und Ende der Arbeitszeit signalisierte, zu verhindern.

 

Erstes Verbot der Kinderarbeit in Glarus

Die industrielle Kinderarbeit verbreitete sich im 19. Jahrhundert rasch. In den Baumwollspinnereien arbeiteten bereits 6-10jährige Kinder unter schlechtesten Bedingungen. 1846 erfolgte in Glarus ein Verbot der Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren in mechanischen Spinnereien. Nachtschichten von höchstens 11 Stunden und Tagschichten von höchstens 13 Stunden wurden erlaubt. 1856 erfolgte dann die Ausweitung des Arbeitsverbotes für Kinder unter 12 Jahren auf alle Fabrikbetriebe.

Erste nationale Spendensammlung

für die Hinterbliebenen der Opfer (darunter zwei Glarner) des Untergangs des Dampfschiffes Delphin auf dem Walensee vor Mühlehorn. In der Sturmnacht vom 16. auf den 17. Dezember 1850 ging der Delphin unter. Neben der Besatzung verloren bei diesem Unglück eine Frau aus Thusis, ein Viehhändler aus dem Glarnerland, ein Schirmflicker mit seinem Sohn und zwei Seidenindustrielle aus der Lombardei ihr Leben.

 

Erstes umfassendes Alpgesetz

1861 wurde ein erstes umfassendes Alpgesetz in Glarus erlassen.

 

Erste SAC Hütte

Die Grünhornhütte ist die erste Berghütte für Alpinisten, die vom Schweizer Alpen-Club (SAC) 1863, im Gründungsjahr des SAC, erstellt wurde. Sie liegt südlich von Linthal an der Ostflanke des Tödis in der Nähe des Bifertenfirns. Anfangs bestand die Grünhornhütte nur aus niedrigen Mauern, über die die Berggänger nachts eine Plane zogen. Später wurde sie ausgebaut und immer beliebter, so dass wegen des Platzmangels 1890 die Fridolinshütte errichtet wurde.

 

Erster Konsumverein der Schweiz in Schwanden

1864 gründete der Textilindustrielle Jean Jenny-Ryffel in Schwanden die erste Schweizer Konsum-genossenschaft, die sich auf die sieben Grundsätze der «Redlichen Pioniere von Rochdale» berief, die unter anderem die Warenreinheit (unverfälschte Ware), Barzahlung, Verteilung der Überschüsse aufgrund der getätigten Einkäufe (Rückvergütung), begrenzte Kapitalverzinsung, Bildung von Reserven aus den Überschüssen (Spargenossenschaft), Förderung der Weiterbildung und demokratische Verwaltung (ein Mann, eine Stimme) umfassten. 

Erstes Fabrikgesetz der Schweiz

Der Kanton Glarus, von der Industrialisierung stärker geprägt als die meisten anderen Kantone, erliess 1846 das erste Arbeitszeitgesetz, das eine tägliche Höchstarbeitszeit von 15 Stunden für Erwachsene und 14 Stunden für Kinder unter 14 Jahren festlegte. Ein verschärftes Gesetz brachte dann auf Initiative von Niklaus Tschudi und Daniel Jenny 1864 in Glarus den 12-Stunden-Tag, ein Verbot der Nachtarbeit von 20 - 05 Uhr und der Kinderarbeit unter 12 Jahren sowie eine 6-wöchige Erholungszeit für Frauen bei der Geburt eines Kindes. Es war das erste Fabrikgesetz der Schweiz und gilt als wegweisend in Europa.

 

Johann Jakob Blumer - Erster Präsident des Schweizerischen Bundesgerichts

Mit der Gründung des Bundesstaates und der neuen Bundesverfassung der Schweiz wurden die Grundlagen für den Aufbau eines Bundesgerichts gelegt. Die Kompetenzen des Gerichts waren zu Beginn stark beschränkt und waren nur auf das Privat- und Strafrecht ausgelegt. 1874 wurde die Schweizer Bundesverfassung vollkommen erneuert und das Bundesgericht wurde zu einem ständigen Gerichtshof. Der Glarner Johann Jakob Blumer (1819-1875) war von 1848-1875 Richter am Bundesgericht und 1874 erster Präsident des ständigen Bundesgerichts.

 

Glarus die Wiege des Schweizer Skisports

Gleich drei Ereignisse prägten 1893 in Glarus die Sportgeschichte der Schweiz: der erste Skiwettlauf, die Gründung des ersten Skiclubs und die Eröffnung der ersten Skifabrik. Damit ist der Ski-Club Glarus der älteste Skiklub der Schweiz, welcher auf Initiative des Skisportpioniers Christoph Iselin am 22. November 1893 in Glarus gegründet wurde. Im selben Jahr wurde von Melchior Jakober die erste Skifabrik gegründet.

 

Erbauer der Bundeshauskuppel

Arnold Bosshard, Patron der Metallbau-Firma A. Bosshard & Co. In Näfels machte sich als Erbauer von Eisenbahnbrücken einen Namen. 1899 erhielt er den Auftrag zum Bau der Bundeshauskuppel in Bern.

Eröffnung der ersten und einzigen Kalkfabrik der Schweiz

Am 27. November 1859 wurde durch Stechermeister Kaspar Zopfi (1821-1884) eine Kalkbrennerei und ein Ziegelwerk im Tänniberg bei Schwanden errichtet. 1900 waren die Kalksteinlager bei Schwanden erschöpft. Sein Sohn, Melchior Zopfi (1847-1931) musste sich nach neuen Kalksteinvorkommen umsehen und wurde in Netstal am östlichen Dorfrand fündig. Nach Erhalt der Konzession durch die Gemeinde Netstal verlegte Melchior Zopfi seinen Betrieb von Schwanden nach Netstal und begründete dort die Kalkfabrik Netstal AG, welche bis heute die einzige Kalkfabrik der Schweiz ist. Die Kalkfabrik Netstal AG («Chalchi») produziert seit über 100 Jahen hochwertige Kalkprodukte, welche als Zusatzstoffe in der Kunststoff-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie als Pflanzenschutzmittel zur Anwendung kommen. Die Chalchi ist in Familienbesitz der Familie Marti-Auer.

Weiter Informationen bei Pro Netstal und Kalkfabrik Netstal AG

Erstes offizielle Skirennen der Schweiz

Am 26. Januar 1902, einem schneereichen Sonntag, fand in Glarus das erste offizielle Skirennen in der Schweiz auf dem Saggberg unterhalb des Vorderglärnisch statt. Bei dem ersten Skirennen in der Schweiz mass man sich - nach dem Vorbild der Wettkämpfe in Christiania (heute Oslo) - noch in einer Vielzahl von kombinierten Disziplinen. Erster Sieger der Hauptprüfung wurde vor zwei Norwegern Feldweibel Müller aus Reichenbach bei Frutigen, ein kräftiger Berner, wie es heisst, der in Andermatt stationiert war und nach dem Wettbewerb über den Klausen wieder in Richtung Schöllenenschlucht aufbrach – zu Fuss.

 

Erstes Skispringen der Schweiz

Der Skisprung wurde in Skandinavien erfunden, und selbst der erste Schweizer Rekord wird einem Norweger zugeschrieben. Ein Herr Heyerdahl dominierte im Januar 1903 das erste Skispringen der Schweiz auf dem Sackberg bei Glarus mit einer Bestweite von 24 Metern. Initiant jener Meisterschaft war Generalstabshauptmann und Skisportpionier Christof Iselin.

Gründung des Schweizer Skiverbandes auf Anregung des Glarner Skiclubs

1893 wurde in Glarus der erste Skiclub der Schweiz gegründet; elf Jahre später, am 20. November 1904, trafen sich auf Anregung von Christoph Iselin aus Glarus 16 Skiclubs in Olten zur Gründung des Schweizerischen Skiverbandes.

Klöntalersee - Erster grösserer Stausee der Schweiz

Seit 1908 wird der Klöntalersee für die Gewinnung von Elektrizität genutzt. Es handelt sich um den ältesten grösseren Speichersee der Schweiz, nachdem er durch den Bau des Erdschüttdamms «Rhodannenberg» von 21,5 m Höhe aufgestaut worden war.

 

Erste kantonale Alters- und Invalidenversicherung

1916 stimmte die Landsgemeinde der Schaffung einer kantonalen Alters- und Invalidenversicherung zu. Diese erste obligatorische Sozialversicherung findet mit der AHV erst 1948 eine Entsprechung auf Bundesebene. 

 

Erstes Gesetz über die Arbeitslosenversicherung

Ebenfalls ist es die Glarner Landsgemeinde, die 1925 als erstes seiner Art das Gesetz über die Arbeitslosenversicherung erlässt, welche ebenfalls erst 1948 eine Entsprechung auf Bundesebene findet.

Erster Riesenslalom der Skifahrtgeschichte in Braunwald

1928 fand der erste Riesenslalom-Wettlauf in der Skifahrtgeschichte in Braunwald statt.

 

Erste wissenschaftliche Beobachtung eines Bergsturzes bei Linthal

Im Herbst 1930 drohte über der Gemeinde Linthal eine grosse Masse Fels vom Kilchenstock (1800 m) abzubrechen. Am 15. November 1930 schickte der Geologe Albert Heim ein Telegramm an den Landammann des Kantons Glarus: "Absturz scheint nahe. Empfehle Anordnung zu Räumung und Flucht." Drei Tage nach Heims Telegramm warnt die Glarner Regierung die Einwohner von Linthal und empfahl, "wertvolle Gegenstände in sichere Verwahrung zu geben und entbehrliche Mobilien bei Verwandten unterzubringen". In der Gipfelzone des Berges rutschte eine gewaltige Felsmasse von geschätzten 100'000 m3 mit einer Geschwindigkeit von einem Zentimeter pro Tag zu Tal. Eifrig wurde an einem Schutzwall gebaut, der das Geschiebe vom Dorf fernhalten sollte. Dank dieser Vorwarnung unterblieb eine grössere Katastrophe.

 

Wiederansiedlung des Steinbocks in Glarus

Bereits 1550 wurde in Glarus der letzte Steinbock erlegt. Was dem Steinbock zum eigentlichen Verhängnis wurde, war abergläubische Volksmedizin. Die geballte Kraft des mächtigen Hornträgers, seine – trotz scheinbar plumpem Körper – elegante Kletterkunst und die extreme Härte gegenüber den mörderischen Strapazen des Bergwinters machten den Steinbock in den Augen der Menschen zu einem Symbol für robuste Gesundheit. Nach fast 400 Jahren wurde der Steinbock 1958 in Glarus wieder erfolgreich mit Exemplaren aus dem italienischen Aostatal angesiedelt.

 

Kurt Hauser AG - Einzige Konfettifabrik der Schweiz

Seit 1965 steht in Näfels die Fabrik Kurt Hauser AG. Die einzige Fabrik in der Schweiz, welche die farbigen Papierplättchen herstellt. 300 Tonnen Konfetti werden hier pro Jahr produziert.

 

Glarus erster Kanton mit Stimmrechtsalter 16

Auf Bundesebene haben nur Volljährige das Recht, zu stimmen und zu wählen. Auf Kantonsebene kann hingegen jeder Kanton selbst entscheiden, ob Minderjährige das Stimmrecht haben sollen oder nicht. Seit 2007 können einzig im Kanton Glarus 16- und 17-Jährige über kantonale und kommunale Vorlagen abstimmen. Für politische Ämter kandidieren können aber auch die Glarnerinnen und Glarner erst ab 18 Jahren.

 

Pumpspeicherwerk (PSWL) Linth-Limmern: Jahrhundertwerk im Glarner Kalk

Seit 2015 ist das PSWL Limmern, eines der bedeutendsten Stromprojekte der Schweiz, in Betrieb. Die Bau- und Planungszeit für das Werk betrug rund zehn Jahre, der Spatenstich erfolgte 2009. Das PSWL ist mit einer Leistung von 1000 MW eine riesige Batterie in den Glarner Alpen. Im Gegensatz zu reinen Speicherkraftwerken können Pumpspeicherwerke wie das PSWL nicht nur Spitzenenergie erzeugen. Sie können auch Stromüberschüsse, die während Schwachlastzeiten anfallen, in wertvolle Spitzenenergie umwandeln.