LEUGGELBACH

561 M.ü.M.

137 Einwohner (am 1.1.2016)

Porträt

 

Das Dorf ist hauptsächlich an der Hauptstraße besiedelt. Sie befindet sich auf der linken Seite des Grosstals zwischen Nidfurn und Luchsingen am Fuße eines vom Leuggelbach gespeisten Wasserfalls. Der Weiler Steinigen liegt im Süden des Dorfes und das Güetli ist das einzige Feuchtgebiet im Glarner Tal.

 

Der Name des Dorfes und des Baches geht wahrscheinlich auf das gallische Wort Leuka zurück, was "die weiße Frau" bedeutet. Nach dem religiösen Glauben der Gallier lebten weibliche Göttinnen in Flüssen und Bergwildnis und wurden zu weißen Frauen ernannt. Löckelbach taucht bereits 1350 in schriftlichen Quellen auf. Bis 1772 gehörten die Bürger von Leuggelbach zur Kirchgemeinde Schwanden und teilweise zur Kirchgemeinde Luchsingen.

 

Bis ins 19. Jahrhundert gehörte das Dorf zum Tagwen (Bürgergemeinschaft) Luchsingen/Adlenbach, der mit Sonderrechten ausgestattet war. Außerdem wurde 1766 der Eschentagwen, der Leuggelbach zusammen mit Nidfurn und Luchsingen bildet, erstmals in einer Urkunde erwähnt. Erst 1868 wurde Leuggelbach auf der Grundlage eines Teilungsvertrages selbständig.

 

Die Unabhängigkeit erlangte Leuggelbach dank der Industrie. Infolgedessen stieg die Bevölkerung zwischen 1837 und 1870 von 203 auf 262. Mitte des 19. Jahrhunderts baute Daniel Jenny-Oertli am Leuggelbach eine kleine Weberei, die er nach kurzer Zeit aufgab. 1864 kaufte das in Mollis ansässige Unternehmen Gallatin & Cie. das gesamte Gelände, um eine Druckerei zu bauen. Vier Jahre später arbeiteten bereits 162 Menschen in dieser Textildruckerei. 1897 erfolgte die Trennung des Unternehmens in einen westlichen und einen östlichen Teil der Fabrik. Im westlichen Teil wurde der Textilverarbeitungsbetrieb R. Schlittler & Cie. gegründet, der 1993 seinen Betrieb aufgeben musste. Im östlichen Teil des Gebietes wurden die Stoffe noch von der Firma A. Schindler & Cie. gedruckt, deren Schließung 1930 erfolgte. In diesen Gebäuden wurde 1933 eine noch bestehende Lack- und Farbenfabrik (Decoralwerke AG) gegründet.

 

Ein Bahnhof existiert seit 1913. Die Linthbrücke zwischen Leuggelbach und Haslen wurde 1921 als Gemeinschaftsprojekt der Stadtgemeinden fertiggestellt. Eine Veränderung der Dorfstruktur führte in den 1950er Jahren zu einer Korrektur der Hauptstraße.

 

Ende Juni 1953 ereignete sich in Leuggelbach ein Hochwasser: Der Bächibach überschwemmte die Gemeingüter, der Steinigerbach und die Schwächentaler Schlucht tobten und der Leuggelbach wurde gestaut. Aufgrund von anhaltendem Regen und Schneeschmelze überschwemmte der Leugelbach im Mai 1999 wieder. Bereits im vorangegangenen Februar war die Vorbacher Lawine innerhalb weniger Tage viermal ins Tal gegangen, so dass Menschen evakuiert und die Hauptstraße gesperrt wurde. Zwei Jahre später genehmigte die Dorfversammlung ein Bauprojekt von 2,2 Millionen Schweizer Franken gegen die Schwächetener Lawine.

 

Im Jahr 1869 wurde ein Grundschulhaus eingeweiht. Der zwischen 1991 und 2001 bestehende Grundschulbezirk Nidfurn-Haslen wurde anschließend durch die Schulgemeinschaft Haslen-Leuggelbach-Nidfurn ersetzt. Diese drei Dörfer haben seitdem eine gemeinsame Fürsorgeeinrichtung. Darüber hinaus gaben die Wähler von Leuggelbach 2001 grünes Licht für den Zusammenschluss der Tagwen und der politischen Gemeinschaft.

 

Im Jahr 2011 wurde die Gemeindestruktur des Kantons Glarus neu organisiert und Leuggelbach wurde Teil der neuen Verwaltungsgemeinschaft Glarus Süd.

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