Die Auswanderung nach Norwegen
 

Ott Peter 1794 Sons
Wild Johann Heinrich 1820
Wild Markus 1839
Wild Markus 1824
Wild Kaspar 1790
Heftye Thomas Johannessen 1767
Ott Fredik Adam 1826 Bürgermeister Farsund 1870
Heftye Thomas Johannesen 1822_2
Heftye Johannes Thomassen 1792
Heftye Henrik Thomassen 1804
Heftye Thomas Thomassen 1860
Christiania Oslo 1895
Christiania Oslo 1650
Königreich Norwegen 1809
Christiania Oslo 1910
Farsund Harbour
Wild Markus 1824 Myren House

Vor über hundert Jahren war Norwegen gleich wie die Schweiz ein Auswanderungsland. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatten laut Schätzungen bereits eine Million Norweger ihre skandinavische Heimat in Richtung Vereinigte Staaten von Amerika verlassen. Wie in der Schweiz waren der Wunsch nach dem Erwerb fruchtbaren Agrarlandes und eine aktive amerikanische Anwerbung von Einwanderern entscheidende Migrationsfaktoren. 

 

Doch trotz dieser wirtschaftlich angespannten Lage in Norwegen, zog das Land geschäftstüchtige Kaufleute aus Glarus an. Glarner Kaufleute reisten zu Beginn während vielen Jahren zwischen Glarus und Norwegen hin und her und brachten erst später ihre Familien mit, um sich in Norwegen niederzulassen. Melchior Tschudi beispielsweise erhielt das norwegische Handelsprivileg in Kristiania (heute Oslo) bereits 1811, verkaufte aber sein Haus in Schwanden erst 1835. Die ersten Kaufleute, die von Glarus nach Norwegen kamen, waren Hans Jakob Trümpy (1724-1792) und Adam Blumer, die beide um 1758 das Bürgerrecht in Bergen erhielten. Etwa zur gleichen Zeit kam auch der Kaufmann Johannes Hefti (1730-1801) aus Hätzingen nach Tønsberg und erhielt dort das Bürgerrecht. Allen diesen Einwanderer aus Glarus war gemein, dass sie aus vermögenden Handelsfamilien stammten und über entsprechende Handelskenntnisse verfügten. Export war für sie nichts Neues. Auch sprachlich gab es Gemeinsamkeiten. Plattdeutsch war neben Dänisch die Sprache, die das Norwegisch am stärksten beeinflusste. Niederdeutsch war ein Begriff für die westgermanische Sprache, der hauptsächlich in Norddeutschland und den Niederlanden verwendet wurde. Niederdeutsch hat die Entwicklung der skandinavischen Sprachen sehr stark beeinflusst und schätzungsweise 40% des norwegischen Wortschatzes sind niederdeutschen Ursprungs. Es besteht daher Grund zu der Annahme, dass die ersten eingewanderten Glarner keine Probleme hatten, mit Norwegern zu kommunizieren, da sie Händler mit Erfahrung im Handel mit Deutschland und den Niederlanden waren.

 

Die nachfolgenden Glarner Handelshäuser und Kaufleute konnte ich in Norwegen finden:

 

 

Friedrich Ott(o) & Søn in Farsund

 

Wahrscheinlich veranlasst durch die mit ihm nahe verwandten Holzhändler mit Handelsniederlassungen in Amsterdam Esajas Blumer (1668-1718) und Kaspar Wild (1685-1750) aus Schwanden, begab sich im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts Hauptmann Melchior Ott (1686-1779) aus Nidfurn nach Horsens in Jütland und begann dort ein kleines Geschäft mit verschiedenen Glarner-Artikeln, sowie auch mit Baumwolltüchern. Später dehnte er mit seinen Söhnen Adam Ott (1717-1771), Balthasar Ott (1720-1757) und Samuel Ott (1730-1802) den Handel nach Norwegen aus, wo Balthasar auch 1757 in Bergen starb.

 

Fridolin (Friedrich) Ott (1749-1817), ein Sohn Adams, begann seine Karriere in Farsund, an der Westküste Norwegens und betrieb unter der Firma Friedrich Otto & Søn ein Kolonial- und Textilgeschäft. Sein Sohn Peter Ott (1794-1844), ebenfalls Kaufmann in Farsund, wurde Dänischer Konsul. Sein Enkel Lars Olav (1881-1960) wanderte nach Amerika aus, wo heute noch Nachkommen leben. 1845 wurde in Farsund eine kleine Gerberei gegründet, in welcher ein Enkel von Friedrich Ott, Fredrik Adam Ott (1826-1909)Betriebsleiter war. Frederik Adam hatte eine kaufmännische Ausbildung in Zürich genossen und übernahm von seinem Vater Adam Ott (1796-1826) die Firma Friedrich Ott & Sohn. Da die Ott's über ausreichende finanzielle Mittel verfügten, konnten sie zahlreiche Landgüter der Familie Lunde aufkaufen und so ihren Grundbesitz erweitern. 1853 baute Fredrik Adam Ott(o) in Kirkegaten 44b ein Haus im Schweizer Stil. Ganz im Unterschied zu den damals üblichen Wohnverhältnissen muss dies ein stattliches Haus mit 12 Zimmern und Küche gewesen sein, das auf drei Etagen mit einer Fläche von 200 Quadratmetern errichtet wurde.  Das Haus entging nur knapp dem Stadtbrand von 1901, geschützt durch einen Garten voller Obstbäume. Frederik Adam betrieb mehrere Schiffe, einem davon gab er den Namen "Wilhelm Tell".  Seine Mutter war eine Tochter des bekannten Kanzlers und Richters Søren Godfried Bøckman. 1870 wurde Fredrik Adam für ein Jahr als Bürgermeister der Stadt Farsund gewählt und bekleidete auch das Amt eines Vizekonsul der Hanse. Er lebte in Farsund bis 1873, bevor er nach Kristiania (Oslo) übersiedelte, wo er bis zu seinem Tod 1909 lebte. Frederik interessierte sich stark für Literatur und veröffentliche auch als Autor mehrere Werke zur Kulturgeschichte und Belletristik. Noch heute leben Nachkommen in Norwegen.

 

 

Samuel Otto & Co. in Kristiansand

 

Ein anderer Sohn von Adam Ott, Samuel Ott(o) (1730-1802) liess sich in Kristiansand nieder und gründete dort 1769 die Firma Samuel Otto & Co., die später an die Verwandten Luchsinger und Blumer aus Schwanden und 1839 an die Familie Wild von Mitlödi überging. 

 

Bei einer Auktion im Jahr 1823 erwarb die Firma Samuel Otto & Co. die Grundstücke von Georg Just Moe auf der Westseite von Kristiansand. Zu dieser Zeit war das Unternehmen bereits gut in Kristiansand etabliert. Im Jahr 1750 kaufte Samuel Ott das Haus an der Ecke Holbergstrasse und Tolibodstrasse (Zollamtstrasse), wo sich in den Jahren 1870-90 die Bäckerei Birkrems befand. Hier betrieb er ein Ladengeschäft, offenbar mit Trockenwaren als Spezialität. Ende der 1760er trat Melchior Ott in die Firma ein. Sie müssen einen guten Start gehabt haben: Christen Pram berichtet 1805, dass Samuel Otto & Co einen beträchtlichen Handel mit Trockenwaren betrieben und 10.000 "Riksdaler" (Reichstaler) besassen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zog die Firma an die Ecke Markensstrasse und Østre Strandgate (Oststrandstrasse), wo sie auch Strandgrundstücke aufkaufte. Ende 1799 trat noch ein drittes Mitglied der Familie Ott in die Firma ein, nämlich Hans Jacob Ott(o) (1768-1808). Er heiratete 1799 Elsbeth Blumer (1777-1808). Beide und ihr sechsjähriges Kind starben 1808 im Abstand von nur wenigen Monaten. Elsbeth Blumers Bruder Samuel Blumer (1767-1819) war zu dieser Zeit in die Firma eingetreten und war einer der Associés der Firma. Samuel Blumer war eine Zeit lang Zivilkapitän in Kristiansand. Später schied er aus der Firma aus, behielt aber noch eine Zeit lang das Anwesen in Østre Standgate. Er verkaufte seinen Anteil an der Firma an Kaspar Wild (1790-1855) und zog dann mit seinen vier Töchtern in die Schweiz. Eine von ihnen, Barbara Blumer (183-1878), heiratete den Ratsherrn Johannes Speich (1813-1852). Einer ihrer Söhne war Samuel Speich (1839-1878), der 1856 zusammen mit Max Wild Jr. nach Kristiansand kam. Eine Zeit lang arbeitete er in der Firma, aber später rief ihn die See und er wurde Kapitän. Die heutige Familie Speich in Kristiansand sind seine Nachkommen. Viele Leute haben Samuel Blumer mit dem späteren Kaufmann in Kristiansand Melchior Blumer (1878-1958) verwechselt. Es besteht aber keine familiäre Verbindung zwischen den beiden. Die Verwechslung rührt wahrscheinlich daher, dass Melchior Blumer eine Zeit lang im Büro von Samuel Ott & Co. arbeitete. Bevor wir auf die späteren Besitzer der Firma, die Familie Wild, eingehen, muss ich einen weiteren Glarner erwähnen, der einige Jahre lang mit der Firma verbunden war. Das war Rudolf Luchsinger (1782-1848), der um das Jahr 1800 als junger Mann nach Kristiansand kam und in der Firma als Gehilfe für Hans Jacob Ott arbeitete. Später wurde er einer der Leiter der Firma. Im Jahre 1821 wurde Luchsinger zum Parlamentsabgeordneten in Chritiansand gewählt, konnte aber wegen Krankheit nicht an den Sitzungen teilnehmen.

 

 

Samuel Otto & Co unter Kaspar Wild (1790-1855)

 

Wie zuvor erwähnt, kaufte Kaspar Wild Ende der 1820er Jahre Samuel Blumer's Anteil an der Firma Samuel Otto & Co. und wurde 1839, als Luchsinger in den Ruhestand ging, Alleininhaber. Kaspar Wild wurde 1790 in Mitlödi geboren und kam 1810 nach Kristiansand. Er leitete die Firma erfolgreich. Sein Geschäft florierte, und zu diesem Zeitpunkt handelte er nicht nur mit Trockenwaren, sondern auch mit Lebensmitteln, vielleicht zum grössten Teil mit Getreide und Mehl. Soweit sich feststellen lässt, wurde die Firma noch in den 1830er Jahren als Ladengeschäft geführt. Der Getreidehandel wurde bis 1855 fortgesetzt, aber der wichtigste Teil der Firma entwickelte sich hin zum Holzhandel, zur Schifffahrt und zum Schiffsbau. Im Jahr 1833 kaufte die Firma Vigelands Brug, wo 1840 ein grosses Sägewerk gebaut wurde. Die Memoiren von Frau Othilie Speich enthalten einige interessante Kommentare über Kaspar Wild, seinen Haushalt und sein Geschäft. Ihr Vater, Sven Stray Speich, begann als junger Mann um 1827 als Volontär in der Firma. Mehrere Jahre lang erhielt er kein Gehalt. Wilds gebrauchte Kleidung wurde auf ihn zugeschnitten, und nur ab und zu erhielt er auch neue Kleidungsstücke. Er ass mit den anderen Büroangestellten an Wilds Tisch. Der jüngste der Gehilfen musste jeden Morgen um 6.30 Uhr an der Arbeit sein, Holz hereintragen und in die grossen Öfen in Betrieb nehmen. Aber Sven stand gerne noch früher auf und brachte den Wächter der Mühle dazu, jeden Morgen um vier Uhr an einem Seil zu ziehen, das aus seinem Fenster hing. Das andere Ende des Seils war an sein Handgelenk gebunden. In gewisser Weise war Kaspar Wild ein schroffer Mensch. Aber das war nur eine Fassade - dahinter steckte ein guter und herzlicher Mensch. Wenn er seine Verwandten in der Schweiz besuchte, brachte er immer viele schöne und nützliche Dinge mit. Als Sven bereits während zwei Jahren verlobt war, sagte Kaspar Wild eines Tages zu ihm: "Ich mag keine langen Verlobungen. Es wird Zeit, dass du heiratest. Du kannst Möbel bestellen, aber sie müssen von guter Qualität sein." Ausserdem gab er Stray eine Gehaltserhöhung. 1852 verliess Kaspar Wild seine Firmen und überliess sie seinem Halbbruder Konsul Johann Heinrich Wild (1820-1873) und seinem Neffen Markus Wild (1839-1898), das jüngste Kind seines Bruders Samuel wild (1795-1871). Diese beiden jungen Männer arbeiteten schon lange zuvor in der Firma mit. Kaspar Wild behielt das Gut Vigeland für sich. Er blühte dort auf und baute auf dem Grundstück ein neues Haus. Auch in seinem Heimatort Mitlödi hatte er sich ein schönes Haus gebaut. Es war seine Absicht, die Sommer auf Vigeland und die Winter in Mitlödi zu verbringen. Bevor er Kristiansand verliess, gründete er ein Vermächtnis für Bedürftige. Ausserdem schenkte er allen seinen Angestellten und Bediensteten grosse Geldsummen. Als er in die Schweiz zurückkehrte und weit von seiner gewohnten Umgebung in Kristiansand entfernt war, wurde er bald träge und starb 64jährig in Mitlödi. Johann Heinrich Wild wurde 1820 in Mitlödi geboren. Er kam früh nach Kristiansand und begann als leitender Angestellter in der Firma Samuel Otto & Co, deren Leiter sein Halbbruder Kaspar Wild war. Wie bereits erwähnt, übernahm er 1852 die Firma zusammen mit Markus Wild. Die Geschäfte liefen wie gewohnt weiter, aber es sieht so aus, als ob der Handelsverkehr eingestellt wurde und sich alles Interesse auf die Sägewerkstätigkeit, die Reederei und die Werften richtete. Es gab eine Zeit mit recht reger Aktivität im Schiffsbau, wie wir später noch sehe werden. 1855 kaufte die Firma das Grundstück Vigeland von Kaspar Wilds Nachlass zurück. 1846 heiratete Johann Heinrich Wild eine Dame aus Kristiansand, Mathilde Bennecke (1822-1861). Sie war die Tochter des Kaufmanns Steen Andreas Bennecke. Sie wohnten, solange Kaspar Wild in Norwegen war, in dem alten, grauen Haus über dem Büro. Später zogen sie in das Eckhaus, in dem in den 1880-90er Jahren Fräulein Sønderaais Schule war. Sie waren sehr glücklich, obwohl sie keine Kinder hatten und Mathilde sehr kränklich war. Etwa 15 Jahre nach ihrer Heirat musste sie nach Modum und wurde von dort ins Reichshospital gebracht, wo sie im September 1861 starb. Nur ein paar Jahre konnte sie das schöne Gut Myrengad geniessen, welches ihr Gatte hauptsächlich ihr zuliebe gekauft hatte und auf welchem er ein schönes Haus mit einem schönen Park errichten liess. Konsul Johann Heinrich Wild heiratete zwei Jahre später ein zweites Mal, Anna Rosina Ott (1838-1928), Tochter von Peter Ott (1794-1844) aus Farsund. Sie war somit eine Nachfahrin der Gründer der Firma Samuel Otto & Co. Anna und Johann Heinrich Wild bekamen eine Tochter, aber nur fünf Jahre später Johann Heinrich 1873 in Kristiansand. Die Witwe blieb in Kristiansand, heiratete vier Jahre später dort den aus Göteborg stammenden Carl Friedländer (1827-1902) und zog nach Schweden. Johann Heinrich Wild war ein warmherziger und edler Mensch. Er war der Leiter der Firma, der die Firma hauptsächlich nach aussen hin repräsentierte. Er folgte dem Beispiel seines Halbbruders, indem auch er ein Vermächtnis an den Fonds der "Freunde der Alten und Einsamen" machte. Die gemeinsame Tochter Anna Friederika (1868-) heirate 1891 in Stockholm Carl August Magnus Toren und hatte drei Söhne mit ihm.

 

 

Samuel Otto & Co unter Markus Wild Senior (1824-1903)

 

Der zweite Direktor der Firma in den Jahren 1850-70 war Markus Wild (1824-1903). Wie erwähnt, hatte er bereits einige Jahre in der Firma gearbeitet, als er 1852 zusammen mit Johann Heinrich Wild die verschiedenen Firmen in Norwegen übernahm. Nach dem Tod von Johann Heinrich Wild 1873 wurde er Alleininhaber. Zur gleichen Zeit wurde er niederländischer Konsul. Marcus Wild war mit seiner Cousine Sibilla Wild (1831-1895) verheiratet. Zu ihrem grossen Leidwesen, hatten sie keine eigene Kinder. Sie liebten beide Kinder und nahmen mehrere elternlose Waisenkinder bei sich auf. Sie unterstützten auch Universitätsstudenten. Alles in allem waren sie sehr hilfsbreit, sowohl zu ihren Familien als auch zu denen, die dringende Hilfe brauchten. Zusammen mit einigen anderen Frauen gründete Sibilla Wild eine Kunstgewerbeschule in Kristiansand. Zuvor gab es dort für Kinder kaum Möglichkeiten, ein Handwerk zu erlernen. 1872 überliessen Wild und seine Frau der Schule das Haus in der Vestre Strandgate 26 und 1877 schenkten sie ihr Anwesen der Schule. 1877 war Frau Wild auch an der Gründung eines Kinderheims beteiligt, welches 1882 das Haus in Skippergaten als Geschenk von Konsul Wild erhielt. Sibilla Wild war auch die treibende Kraft bei der Gründung des Industrievereins für bedürftige Frauen. Aus ihrer Heimat war sie es gewohnt, hart zu arbeiten und Selbsthilfe zur Tugend zu machen, und so war es ihr erklärtes Ziel, andere zur Selbstständigkeit zu erziehen. Darüber hinaus war sie auch eine begnadete Gärtnerin und interessierte sich sehr für den grossen Garten in Myren. Das Ehepaar Wild liebte grosse Einladungen. Sie gaben sowohl für Erwachsene als auch für Kinder schöne Feste und organisierten oft Ausflüge nach Vigeland. Im Jahre 1868 brachte Markus Wild die in Norwegen bereits bekannten Skier erstmals nach Glarus, so dass man mit Fug sagen darf, Glarus sei der Geburtsort des alpinen Skisports. Wild vergass sein Heimatdorf nie. Als es 1877 galt, den Helm des Kirchturms neu einzudecken, kaufte er norwegisches Kupfer und schenkte es der Kirchgemeinde. 1882 übertrug Markus Wild Senior aus gesundheitlichen Gründen die Firma an seinen Schwager und Cousin Markus Wild Junior (1839-1898). Er litt an Bronchitis und Schwindelgefühlen. Er behielt das Haus in der Stadt und Vigeland, und Markus Wild Junior übernahm alle anderen Immobilien. Frau Sibilla blühte in Norwegen auf, aber wegen ihres Mannes willigte sie ein, in die Schweiz zurückzukehren. Sie war auch davon überzeugt, dass ihr jüngerer Bruder das Recht hatte, die Leitung der Firma zu übernehmen. Bevor sie abreisten, überreichte Konsul Markus Wild Senior allen Mitarbeitern in seiner Firma und auf den Gütern sowie seinen Hausangestellten grosse Geldsummen. Er liess sich in Mitlödi in dem von Kaspar Wild neu erstellten "Rothaus" nieder. Er kam noch einmal 1898 nach Kristiansand zurück, als Markus Wild Junior. gestorben war. Er blieb den Sommer über, um sich um die Abwicklung der Firma zu kümmern. Er starb Ende Mai 1903 in Mitlödi. Er diente seiner Gemeinde über den Tod hinaus, indem er sein Vaterhaus, an dessen Stelle heute der Kindergarten steht, der Schulgemeinde vermachte.

 

Samuel Otto & Co unter Markus Wild Junior (1839-1898)

 

Max Wild Junior wurde 1839 in Mitlödi geboren. Er kam 1856 in Kristiansand an und arbeitete in der Firma von Samuel Otto & Co., wo sein Cousin, Markus Wild Senior, und sein Schwager die Geschäftsleitung innehatten. Er war mit der aus Schwanden stammenden Margaretha Warth. Nach einigen Jahren in Kristiansand kaufte Marcus Wild Junior das Gut Teien bei Tønsberg, wo er sich niederliess. Es war ein grosses, luxuriöses Haus, das der Familie Walløe gehört hatte. Der erstgeborene Sohn Kaspar (1865-1870) starb, während sie auf Teien lebten. Das traf sie so sehr, dass sie es nicht mehr ertragen konnten, dort zu leben. Sie verkauften das Anwesen, kehrten in die Schweiz zurück und zogen zu Wilds Eltern nach Mitlödi. Nach dem Tod von Konsul Johann Heinrich Wild kehrten sie jedoch wieder nach Kristiansand zurück. Im Jahr 1882 übernahm Markus Wild Junior die Firma Samuel Otto & Co., als Markus Wild Senior in den Ruhestand ging. Es war wirtschaftlich eine schwierige Zeit, um diese grossen Grundstücke und das Geschäft zu übernehmen. Die Preise für Bauholz waren niedrig, die Schifffahrt brach ein und die Firma hatte im Verhältnis zum Geschäftsgang zu viele Angestellte. Das Holzgeschäft lief trotz diesen widrigen Umständen weiter, sowohl in den beiden Mühlen als auch in den Sägewerken in Vigeland und Fiska. Markus und Margaretha brachten vier Kinder mit nach Norwegen und hatten später eine Tochter, die hübsche kleine Margaretha Sibilla (1885-1970). Die junge Familie Wild führte ein sehr ruhiges Leben. Margaretha Wild war eine zurückhaltende Person und Markus schien auch nicht gerne auf Partys zu gehen. Die Zeiten im Gewerbe blieben schwierig. Es heisst, dass Markus Wild Junior vorhatte, alles zu liquidieren und stattdessen ein Bankgeschäft zu eröffnen, und dass es für ihn eine grosse Enttäuschung war, als die Søndenfjeldske Privatbank gegründet wurde, die keinen Platz für ihn und sein geplantes Geschäft liess. Als sein Sohn Markus (1872-1898) unheilbar krank wurde, war das ein schwerer Schlag für ihn und Katharina. Nach und nach verkaufte Markus seine grossen, wertvollen Grundstücke, 1897 auch Vigeland, und es blieben nur das kleine Sägewerk in Fiska und die Werften in der Stadt. Seine wirtschaftliche Lage war jedoch sehr komfortabel. Aber er wurde krank, bekam Gelbsucht und starb am 20. Mai 1898 in Kristiansand. Er war eine sehr geschätzte Person, welcher viele Ehrenämter übertragen wurden. Er war ein guter und freundlicher Mensch und ein guter Freund, der nur schwer "nein" sagen konnte, wenn ihn jemand um etwas bat. Konsul Markus Wild Senior reiste zu seiner Beerdigung aus der Schweiz an und begann unmittelbar danach mit der Liquidierung der Samuel Otto & Co. Alle Dokumente und Bücher, die sich im Laufe der Jahre angehäuft hatten, wurden auf die Fiska-Insel gerudert. Er selbst war dabei, als alles verbrannt wurde - es dauerte mehrere Tage. Erst 1901 wurde der Nachlass endgültig geregelt. Seine Gattin Margaretha Wild blieb im Winter 1898-99 in Kristiansand. Im November 1898 verstarb der kranke Sohn Markus, und danach zog sie in die Schweiz. Dies war das Ende der alten Samuel Otto & Co. Sie hatte lange Zeit einen grossen Einfluss auf das Wirtschaftsleben der Stadt gehabt, geleitet von klugen Männern, die zahlreiche Menschen Arbeit verschaffte. Die Firma war einzigartig, weil sie nicht vom Vater auf den Sohn überging, sondern auf Halbbrüder, Cousins und Schwager, die aus ihrer fernen Heimat kamen und einer nach dem anderen die Leitung übernahmen. Sie passten sich schnell an ihre neue Umgebung an und waren allesamt kluge und gute Geschäftsleute, die in der Stadt hohes Ansehen genossen. Um allfälligen Interessenkonflikten vorzubeugen, unterzeichneten Kaspar Wild und R. Luchsinger 1837 einen Vertrag, der vorsah, dass im Falle von Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Inhabern, derjenige die Entscheidung treffen sollte, der am längsten Teilhaber der Firma war. Ausserdem enthielt der Vertrag eine Klausel darüber, in welchen Angelegenheiten Einstimmigkeit erforderlich war und wie wichtig es war, dass einer der Beteiligten in Abwesenheit des anderen entscheiden konnte. Diese Betriebsvereinbarung von 1837 wurde von den späteren Vorgesetzten befolgt und schien sich bewährt zu haben. Viele der Mitarbeiter arbeiten jahrelang in der Firma und auch nach dem Ende der Firma erinnerten sich viele Einwohner von Kristiansand an die "Schweizer", die auf der Westseite der Stadt herrschten.

 

 

Blumer & Tschudi in Tønsberg / Saline Vallø 

 

Schatzvogt Peter Blumer (1752-1812) kam wohl durch seinen Schwager, Fridolin Ott, ebenfalls nach Norwegen und gründete in Kristiania eine Importfirma für Schweizerartikel und Kolonialwaren, welches später als Firma Blumer & Tschudi die Saline Vallø bei Tønsberg ausbeutete. Als Peter Blumer und Melchior Tschudi (1788-1852) 1830 vom dänischen König die Salzwerke in Vallø kauften, war es das drittgrösste Unternehmen in Norwegen nach den Kupferminen in Røros und den Silberminen in Kongsberg (im Besitz des dänisch-norwegischen Königs). Melchior Tschudis Sohn Peter Tschudi (1812-1894) war einer der grössten Segelschiffsbesitzer in Tønsberg, bevor er 1863 den Handel der Firma Blumer & Tschudi einstellte, Vallø kaufte und später an seinen Sohn Anton Tschudi weitergab. Die Saline Vallø beschäftige zahlreiche Schweizer Arbeiter, die aus Glarus kamen. Die Saline besass ein riesiges Stück Land und brauchte gute Arbeitskräfte für ihre landwirtschaftliche Produktion. Es gab Glarner Käser und Bauern, die mit viel neuem Wissen zur Modernisierung der norwegischen Milchwirtschaft beitrugen und den Norwegern beibrachten, wie man richtigen Käse herstellt. Dies ist ein Teil der norwegischen Geschichte, der heute nicht sehr bekannt ist.

 

Sohn Anton Tschudi (1848-1914) wurde in Tønsberg geboren. Sein Vater Peter besass den Hof Valløe in Sem ausserhalb der Stadt Tønsberg. Seine Schwester Clara war eine bekannte Schriftstellerin, und sein Bruder Oscar war Richter. Anton Tschudi war vor allem mit dem Kauf und Verkauf von Land in Aker, heute ein Teil von Oslo, beschäftigt. Im Jahr 1898 kaufte er den 400-Hektar-Hof Øvre Høybråten, der 1905 parzelliert wurde. Solemskogen in der Nähe von Maridalsvannet wurde 1897 gekauft und 1903 parzelliert, ausserdem parzellierte er auch Økern. Tschudi war auch in Bærum aktiv. Im Jahr 1912 kaufte er Vestre Haslum, das bald in 360 Parzellen aufgeteilt und verkauft wurde. Das Gebiet erhielt den Spitznamen Tschudimarka. Tschudi hatte einen erheblichen Einfluss auf die Suburbanisierung von Oslo, sowohl auf ihr Tempo als auch auf ihren Charakter. Dies ist vor allem auf seine Neigung zurückzuführen, seine Grundstücke billig an Arbeiter und Handwerker zu verkaufen. Die Grundstücke waren in der Regel 1 bis 2,5 Hektar gross und für den Bau von Einfamilienhäusern geeignet. Im Gegensatz zu den umliegenden Blocksiedlungen - vor allem um den Høybråten - sind die von Tschudi verkauften Grundstücke auch heute noch von Einfamilienhäusern geprägt. Der Nachteil der billigen Parzellen war das Fehlen von Kommunikationsmitteln und Infrastruktur. Die Lobbyarbeit für Verkehrsverbindungen lag bei den Bewohnern; Høybråten erhielt 1920 einen Bahnhof, Haslum 1924 eine Strassenbahnstation. In Solemskogen fehlte es an Verkehrsanbindung und vor allem an Wasserableitung, was eine Gefahr für die Wasserqualität im Maridalsvannet darstellte und daher von der Gemeinde missbilligt wurde. Die Parzellierung wurde von den Behörden gestoppt, nachdem 153 von 274 Parzellen verkauft worden waren, und die Gemeinde versuchte später, mehrere Parzellen aufzukaufen oder zu enteignen. Somit wurde Solemskogen nie vollständig suburbanisiert. In Bærum war die Gemeinde besorgt über die "Verwahrlosung" von Tschudimarka. Zwei Strassen wurden nach ihm benannt, beide 1925, Anton Tschudis vei in Haslum und in Risløkka. Anton Tschudi selbst wohnte in Frogner, in der Volkszählung von 1900 in Skovveien bei Uranienborg und in der Volkszählung von 1910 in Svoldergaten bei Filipstad. Mit seiner Frau hatte er sechs Kinder, die zwischen 1890 und 1901 geboren wurden: vier Söhne und zwei Töchter (Ralph, Waldo, Vera, Peter Fridolin, Knut Anton und Alice); Vera heiratete Gerhard C. Kallevig. Anton Tschudi starb im Jahr 1914 in Oslo.

 

 

Jacob Trümpy & Søn in Bergen 

 

Es war Hans Jakob Trümpy (1724-1792), der als Erster nach Bergen kam und hier 1757 das Bürgerrecht erhielt. Davor betätigte er sich in Altona als Kaufmann und heiratete 1773 in Bergen Helena Valentinsen (1750-1798). Eines seiner Kinder hiess Caspar Trümpy (1775-1823), der sich zweimal verheiratete und insgesamt 12 Kinder hatte. Caspar war Kapitän auf Handelsschiffen. Sein dritter Sohn (das zweite Kind aus zweiter Ehe) hiess Hans Jakob (1805-1874). Er war nicht nur Familienvater von 16 Kindern, sondern auch der Begründer der angesehenen Schiffswerft J. Trümpy in Bradbenken. Hans Jakob heiratete 1835 Anna Paasche (1812-1876) und ihr erstes Kind war der spätere Schiffsbaumeister Kaspar Trumpy (1836-1894). Wie schon sein Vater Hans Jakob erlernte auch Kaspar sein Handwerk bei Westervelt in New York. Sein jüngerer Bruder Herman (1837-1910) avancierte später in Livorno zum erfolgreichen Schiffsmakler, während Bruder Alfred August (1841-1911) als Ingenieur im Unternehmen seines Vaters wertvolle Ideen einbrachte. Kaspar seinerseits heiratete 1862 Anna Harmens (1840-1913) und hatte mir ihr 11 Kinder, wobei drei im Säuglingsalter verstarben. Der 1879 geborene Sohn Johan wählte später ebenso den Beruf des Schiffsbauers und betrieb in Annapolis, Maryland eine hoch angesehene Jachtwerft, die heute von seinem Enkel Johan Harmens Trumpy geführt wird.

 

 

Tschudi Shipping Company in Lysaker

 

Es gibt noch einen anderen Zweig der Glarner Familie Tschudi, Peter Tschudi (1817-1876) der um 1840 nach Norwegen kam. Sie arbeiteten zunächst für Blumer & Tschudi in Vallø. Peter Tschudis Sohn Henry Tschudi (1858-1939) wurde Kapitän und gründete dann zusammen mit dem Norwegischen Partner Camillo Eitzen 1883 eine Reederei in Tønsberg, die bis zum heutigen Tag in der vierten und fünften Generation (Felix Henry Tschudi *1960) erfolgreich geführt wird und zu den grössten Reedereien Norwegens gehört (www.tschudigroup.com). Der Hauptsitz befindet sich heute in Lysaker, Norwegen. Die Hauptgeschäftsbereiche der Gruppe sind Schifffahrts- und Seeverkehrsdienstleistungen sowie Logistik. Die Gruppe ist in erheblichem Umfang in Nordnorwegen und in der Arktis tätig, u. a. mit den Sydvaranger- Bergbauunternehmen, mit Unternehmen, die Häfen/Terminals, Immobilien und Zuschlagstoffe in Kirkenes besitzen (Tschudi Kirkenes-Gruppe), sowie mit Umschlag- und anderen Logistikunternehmen für die Nordseerouten.

 

 

Thomas Johannesen Heftye & Søn in Kristiania

 

Johannes (später Johannes Thomassen) Hefti (1730-1801) erfreute sich für die damalige Zeit in seiner Heimatgemeinde Hätzingen eines bedeutenden Wohlstandes und befasste sich mit Landwirtschaft und Holzexport, welchen er durch die Linth und den Rhein nach Holland flössen liess. Mit der Zeit erkannte er, dass die Norweger billiger lieferten, als die Glarner und fuhr daher, unternehmensfreudig wie er war, Ende des 18. Jahrhunderts mit seinen Söhnen Thomas (1767-1827), Fridolin (1774-1825) und Heinrich (1780-)nach Norwegen und begann von dort aus Handelsgeschäfte zu betreiben, kehrte jedoch von Zeit zu Zeit wieder in die Heimat nach Hätzingen zurück. Seine beiden Söhne Thomas und Heinrich liessen sich anfangs des 19. Jahrhunderts definitiv in Christiana (Oslo) nieder und gründeten mit den aus dem Handel erwirtschafteten Geldmitteln ein Bankhaus. Die beiden Söhne nannten sich in Norwegen "Heftye". 

 

Thomas Hefti (1767-1827), der sich in Norwegen Thomas Johannessen Heftye nannte, kam 1769 nach Christiania und erhielt kurz nach seiner Ankunft das norwegische Handelsprivileg. 1791 wurde er Bürger von Christiana. Er war Reeder, Importeur, Kaufmann und Geldwechsler. Er war einer der Direktoren der "Rigsbanken", dem Vorläufer der Norges Bank. Er gründete 1818 zusammen mit seinem Sohn das Bankhaus Thomas Johannesen Heftye & Søn. Die Bank spielte während 100 Jahren eine wichtige Rolle im Finanzleben Norwegens. Sein Sohn Johannes Thomassen Heftye (1792-1856) war ungefähr 25 Jahre alt, als er zusammen mit seinem Vater das Bankhaus gründete. Wie sein Vater war er während mehreren Jahren Mitglied des Börsen- und Handelsausschusses in Norwegen, 1831 sogar dessen Vorsitzender. Er heiratete 1810 Anne Christina Hasler (1798-1862) und war u.a. Vater von Thomas Johannessen Heftye (1822-1886), der in Filipstad aufwuchs und in Leipzig studierte. 1848 trat er in das Familienunternehmen seines Vaters ein. Er engagierte sich stark im Organisationsleben der damaligen Zeit. Er war Mitbegründer des norwegischen Wandervereins im Jahr 1868. Ihm gehörten die ländlichen Gebiete Sarabråten, Frognerseteren und Tryvannshøyden. Schon zu seinen Lebzeiten wurden diese als Erholungsgebiete erschlossen; die beiden letztgenannten Gebiete gingen später in öffentlichen Besitz über. Außerdem war er von 1873 bis zu seinem Tod Mitglied des Vorstands der Akers Sparebank, der Norges Forsvarsforening, des Christiania Theaters, der Gesellschaft für die Erhaltung alter norwegischer Denkmäler und der Christiania Kunstforening. Er engagierte sich auch in der Politik. Von 1855 bis 1856 und 1879 bis 1886 war er Mitglied des Stadtrats von Kristiania und von 1869 bis 1877 Mitglied des Gemeinderats von Aker. In der Wahlperiode 1880-1882 war er stellvertretender Abgeordneter im norwegischen Parlament. Der Grund, warum er nach 1877 von Aker nach Christiania wechselte, war, dass Frogner, wo er wohnte, 1878 in die Stadt eingemeindet wurde. Seine Villa wird heute als britische Botschaft genutzt. Heftye wurde 1860 zum Ritter des schwedischen Polarsternordens, 1864 zum Ritter des königlichen norwegischen St.-Olav-Ordens, 1866 zum Ritter des dänischen Dannebrog-Ordens und 1867 zur französischen Ehrenlegion ernannt. Außerdem war er seit 1867 Kommandeur des österreichischen Franz-Joseph-Ordens und seit 1877 des schwedischen Vasariterordens. Er starb im Oktober 1886 in Kristiania.

 

Ein weiterer Sohn von Thomas Johannessen Heftye war Henrik Thomassen Heftye (1804-1864). Er erwarb 1829 theologisches Diplom, trat aber danach in das Familienunternehmen ein. Ab 1852 war er Direktor der Norges Hypotekbank und von 1853 bis 1858 Mitglied des Vorstands von Storebrand. Er engagierte sich auch in der Kunstszene und war Mitbegründer und Schatzmeister der Christiania Kunstforening im Jahr 1836. Im Jahr 1862 verfasste er sein Testament, in dem er Beträge für die Philanthropie spendete. Mit seinen Spenden wurde unter anderem der heutige Heftye Kindergarten (Heftyes barnehage) gegründet. Er starb im Februar 1864 in Aker. 

 

Die Tochter von Thomas Johannessen, Elsbeth (Bertha) Heftye (1807-1888), heiratete 1826 Mogens Thorsen (1790-1863), den grössten Reeder in Christiania. Mogens und Bertha wurden bekannt für die von ihnen errichtete Stiftung Mogens Thorsens og Hustrus Stiftelse, die Wohnungen für alleinstehende Frauen bereitstellt. Die Familie ist noch heute in Norwegen vertreten und war in der Vergangenheit mit wichtigen Ämter betraut, so beispielsweise Thomas Thomassen Heftye (1860-1921), der ein norwegischer Offizier, Ingenieur, Sportfunktionär und Politiker der Liberalen Partei war. Am bekanntesten ist er als norwegischer Verteidigungsminister von Juni bis Oktober 1903 und März bis April 1908 sowie als Direktor von Telegrafverket. Er kam bei der Zugkatastrophe von Nidareid 1921 ums Leben.

 

David Hefti & Sohn in Kristiania

 

Ebenfalls in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begab sich David Hefti (1764-1821) und sein Sohn Fridolin (1796-) von Hätzingen nach Kristiania, um dort eine Ölmühle und Seifensiederei zu betreiben. Über diesen Betrieb ist wenig bekannt. David verheirate sich nach dem Tod seiner ersten Frau 1804 in Christiana mit Johanna Bölling, geborene Wilder. Die zweite Frau gebar ihm ein Jahr später einen Sohn David Christian, der aber ein halbes Jahr später starb. David starb am 5. Oktober 1821 in Oslo und sein Sohn Fridolin war 1820 noch in Norwegen. Gut möglich, dass es noch Nachkommen von dieser Familie in Norwegen gibt.

 

 

Andreas Heftye (1835-1901) in Frogner

 

Ein weiterer Hefti konnte in Frogner gefunden werden. Andreas' Eltern Andreas Hefti (1805-ca. 1885) und Elsbeth Hefti-Legler (1813-1885) wanderten 1871 von Luchsingen nach Nebraska aus. Wann und weshalb Andreas Hefti (1835-1901), der sich in Norwegen auch Heftye nannte, nach Norwegen kam ist nicht bekannt. Er arbeitete als "Schweizer", was bedeutet, dass er sich auf Viehzucht und die Verbesserung der Milchproduktion spezialisiert hatte. Er wohnte im Christiania-Viertel Frogner innerhalb der Stadtgrenzen. 1861 heiratet er in Ostfold Grete Martine Johannesdatter (1836-1904). Mit ihr hatte er 6 Kinder von denen drei nach Amerika emigrierten: Anna Heftye (1867-), die 1892 den Norweger Gustav Adolf Sparre (1868-) heiratete, und noch heute Nachkommen in USA leben; Aksel Frithjof Heftye (1873-1920), der 1920 ledig in Chicago starb und Elise Margrethe Heftye (1876-1949), die 1896 den Norweger Karl Anton Aamot (1872-1953) heiratete und noch heute zahlreiche Nachkommen in USA leben.

Nützliche Links zur Emigration nach Norwegen

Link zur Website Heftyeslekten eine Webseite über die Heftye Familien in Norwegen (Norwegisch)

Link zur Website All Naturens ande Drag eine Webseite über die Ott Familien in Norwegen (Norwegisch)

Dokumente zur Emigration nach Norwegen

Link zu meinem Artikel Emigration nach Norwegen (Deutsch)

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Walter Zürcher, Schweizer Reeder in aller Welt (Deutsch)

 

Viele Schweizer liessen sich im 18. und 19. Jahrhundert im Ausland nieder, gründeten Handelsniederlassungen und stiegen später in die oft riskante Schifffahrt ein. Dieses umfassende Buch beschreibt die Geschichte fast aller Reeder und Reedereien in der Schweiz vom 19. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, insbesondere aber die der Glarner Kaufleute, die vor allem in Norwegen erfolgreich Niederlassungen eröffneten. Ein sehr lesenswertes Sachbuch, geschrieben von einem Glarner aus Mühlehorn.

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