Niederurnen

437 M.ü.M.

3928 Einwohner (am 1.1.2011)

Porträt

 

Niederurnen war ab etwa 1030 nachweislich Teil der Kirche Schänis und gehörte ab dem 12. Jahrhundert zum herrschaftlichen Besitz des Klosters Schänis. 1386 zerstörten die Glarner die erstmals 1265 erwähnte Burg Oberwindegg, die auf einem Absatz des Hirzli über dem Dorf stand, und nahmen Niederurnen in ihre Landrechte auf. Die Verwalter von Windegg residierten bis 1288 als Verwalter des Klosters Säckingen, danach übernahmen die Herzöge von Habsburg das Lehen und erwarben später auch die Burg. Im Jahr 1528 wurden Bilder und Altäre aus der St. Verena-Kapelle entfernt und die Niederurner wechselten zum grössten Teil zum reformierten Glauben. Die kirchliche Trennung von Schänis wurde jedoch erst 1605 vollzogen. 1659 baute Niederurnen die Kapelle zur Kirche aus. Die 1937 neu erbaute katholische Kirche St. Josef trennte sich 1956 von der Mutterkirche in Oberurnen und bildete die neue Gemeinde Niederurnen-Bilten.

 

Im Mittelalter wurde weitgehend eine alpine Landwirtschaft betrieben. Wahrscheinlich führte die zunehmende alpine Sömmerung von Rindern in den 1540er Jahren zur Gründung der sogenannten Alpgenossenschaft. Auch die Genossen der 1667 neu gegründeten Alt-Schatzkorporation und der 1756 gegründeten Neuen Evangelischen Schatzkorporation führten als vererbliche Mitglieder zusammen ihre Alpen. Das größte Glarner Weingut knapp unter der Ruine Oberwindegg wird um 1640 erstmals urkundlich erwähnt. Dank der vorhandenen Wasserkraft und der Blütezeit des Mineralbades, das bis ins 20. Jahrhundert genutzt wurde, gab es im 17. Jahrhundert in Niederurnen zahlreiche Industrien. Die 1991 restaurierte ehemalige Seidenbandweberei (sog. Bandfabrik) stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Durch die Linth-Korrektur gewann die Gemeinde Kultur-, Bau- und Industrieland. Auf dem Gelände der ersten 1830 gegründeten (1896 geschlossenen) Textildruckerei begann 1903 die Asbestzementproduktion (heute Eternit AG). 1851 kaufte die 1834 in der Ziegelbrücke errichtete Spinnerei Enderlin & Jenny eine Weberei in Niederurnen. 1875 erhielt die Gemeinde einen Anschluss an die Eisenbahnlinie der Nordostbahn von der Ziegelbrücke nach Glarus.

Niederurnen Church.jpg

Die Katholische Kirche von Niederurnen

(erbaut 1937)

Familien aus Niederurnen

Dietrich

Elmer

Grünenfelder

Hernach

Jenny

Joos

Oswald

Schlittler

Simon

Steinmann

Stüssi

Tschudi

Winteler

Ziebach / Zum Bach

 

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