Demographische Informationen

Die Bevölkerung von Glarus (Stand 31. Dezember 2015) beträgt 40.021 (1) Im Jahr 2014 umfasste die Bevölkerung 8.996 Ausländer (oder 22,4% der Gesamtbevölkerung).

 

Die Bevölkerung (Stand 2011) ist fast gleichmäßig auf Protestanten (42%) und römische Katholiken (37%) verteilt.

 

83,6% sind deutschsprachig und 6,8% italienischsprachig.

Statistik über die demografische Entwicklung des Kantons Glarus (1388-2016)

(1) Bundesamt für Statistik

Demographische Entwicklung Kanton Glarus, Patrick A. Wild, 2016

Bevölkerungsgeschichte

 

Vor der Volkszählung der Helvetik von 1798 gab es keine kantonale Statistik. Aus indirekten Quellen lässt sich aber die demografische Entwicklung in groben Zügen rekonstruieren. Von der Bevölkerungszunahme ab dem 13. Jh. zeugen die Entstehung neuer Pfarreien (vier zwischen 1260 und 1370, fünf vom späten 14. Jh. bis Mitte 15. Jh.), die vermehrte Siedlungstätigkeit (im 12. Jh. auch die Alpsiedlungen Bergeten oberhalb Braunwald und Ämpächli oberhalb Elm), die Zuwanderung von Walsern ins Sernftal im 13. Jh. und die Bildung neuer Einwohnergemeinden, die sich in Tagwen konstituierten. Zu den Mannschaftsrödeln kommen im 17. und 18. Jh. Zählungen der Einwohner, die anlässlich der Verteilung von Pensionen, des Zugangs zu öffentlichen Ämtern (Auflagegeld) und der Gewährung des Bürgerrechts (Standgeld) durchgeführt wurden.

Ende des 14. Jh. zählte das Land etwa 4'300 Einwohner, 1700 10'498 und 1798 22'300. Die ab Mitte des 17. Jh. zu verzeichnende Zunahme, die prozentual grösste im Alpenraum, war ausschliesslich durch ein natürliches Wachstum bedingt, wogegen im 16. Jh. die Einwanderung zum Ausgleich der demografischen Defizite beitrug.

Die Bevölkerungszunahme erfolgte nicht linear, sondern in drei grossen Wachstumsphasen. Vom 13. Jh. bis ins frühe 16. Jh. war ein bedeutender Anstieg zu verzeichnen, der sich aber nicht im Einzelnen zurückverfolgen lässt. Bis um 1650 folgte eine Periode mit starken Schwankungen, bedingt durch wiederholte Pestepidemien und die massenhafte Rekrutierung von Söldnern für die fremden Dienste. In dieser Zeit erreichte die Bevölkerung einen Höchststand von ca. 7'000 Einwohnern. Von der Mitte des 17. Jh. bis ins späte 18. Jh. verringerten sich die demografischen Rückschläge, so dass die Bevölkerung langfristig stark wachsen konnte. Im letzten Drittel des 17. Jh. trug der Rückgang der Kindersterblichkeit zum Bevölkerungswachstum bei. Die über 50%-ige Zunahme der Bevölkerung zwischen 1760 und 1798 ist auf die wirtschaftliche Entwicklung zurückzuführen. Zwischen 1773 und 1789 betrug die jährliche Zuwachsrate sogar 1,5%.

Die verschiedenen Regionen des Landes Glarus hatten in unterschiedlichem Masse daran teil. Im Unterland war das Wachstum geringer, weil die Malaria im 18. Jh. in und um die versumpfende Linthebene zahlreiche Todesopfer forderte. In der 1. Hälfte des 18. Jh. betrug die Lebenserwartung bei der Geburt hier weniger als 24 Jahre, während sie in Elm, der einstigen am höchsten gelegenen Glarner Gemeinde, bei 42 Jahren lag. Auch die Konfession beeinflusste die demografische Entwicklung. Während Ledigenquote und Heiratsalter bei beiden Geschlechtern im katholischen Gebiet höher lagen, war hier die Fruchtbarkeit grösser; bedingt durch die erhöhte Säuglings- und Kindersterblichkeit erreichten jedoch weniger Menschen das Erwachsenenalter als in den reformierten Gebieten. Auch im Bezug auf das Migrationsverhalten sind Unterschiede festzustellen. Nach der Reformation wuchs die katholische Bevölkerung wesentlich langsamer als die evangelische, da erstere sich häufiger in fremde Dienste begab und deshalb eine höhere Sterblichkeit aufwies. Die Beschäftigungsmöglichkeiten, die sich der reformierten Bevölkerung im Handel und im protoindustriellen Sektor boten, erleichterten eine sesshafte Lebensführung und trugen zu ihrem rascheren Wachstum bei.

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz, Autorin: Anne-Lise Head-König

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